Warum manche Kreativarbeiter fast immer mit Post-It’s arbeiten.

Gerade als kreativer Kopf solltest du Post-It’s nicht unterschätzen. Sie eignen sich nämlich hervorragend, um alleine oder im Team Ideen zu sammeln und Themen zu strukturieren. Die Arbeit mit Post-It’s erfüllt viele Anforderungen an kreative Arbeitsumgebungen:

Post-It’s sind einfach einfach

  • Intuitiv: Niemand muss sich mit Benutzeroberflächen oder Funktionsbeschreibungen komplexer Erfassungssysteme auseinandersetzen. Ein Post-It wird beschriftet und an den passenden Ort geklebt. Jeder kann das, ganz intuitiv.
  • Keine Erklärung notwendig: Du sparst dir gerade in Teamsitzungen unheimlich viel Zeit wenn du nicht erst ein unbekanntes System oder Medium erklären musst.
  • Wenig Ansprüche an die Arbeitsumgebung: Nicht zu unterschätzen: Du brauchst keine aufwendige Infrastruktur. Notfalls wird eben an eine Fensterscheibe geklebt. Im Grunde kann man also überall damit arbeiten.

Das ist ein sehr großer Vorteil und ein guter Grund, warum gerade Kreative immer wieder auf diese einfachen Mittel zurückgreifen. Du bist voll fokussiert auf dein Thema, weil die Erfassung eine Routine-Aufgabe ist die deine Aufmerksamkeit nicht weiter vereinnahmt.

Übrigens: Handschriftliche Notizen beflügeln die Gedanken und die Kreativität.

Ein Post-It bietet Freiräume für kreative Inhalte

Auf diese kleinen Zettel kannst du alles schreiben, was du willst. Es gibt kein Eingabeformular oder Vorgaben. Jeder verwendet die Worte, die ihm gerade in den Sinn kommen.

  • Verwende Abkürzungen & Schlagworte: Oft reicht ein Wort aus, um den Gedanken zu verankern. Abkürzungen lassen dich schneller arbeiten und nutzen den Raum auf einem Zettel effizient aus.
  • Du darfst auch ausformulieren: Wenn der Platz eben mal nicht ausreicht, nimm einfach einen zweiten Zettel. Tipp: Nummeriere diese Zettel mit 1/2 und 2/2 durch.
  • Sketchnotes sagen mehr als Worte: Wer visuell unterwegs ist und gerne Sketchnotes verwendet, kann das auf Post-It’s natürlich ganz genauso machen.

Durch diese Freiräume eignet sich der Post-It-Zettel für unterschiedlichste Bereiche. Egal ob Design, Architektur, Marketing oder Produktmanagement.

Du fängst einfach an! Keine Sorgen ob du genug Raum auf deinem Papier lässt. Du ärgerst dich nicht, weil du später zu einem Punkt gerne noch etwas hinzugeschrieben hättest, jetzt aber kein Platz mehr auf dem Papier ist. Mit Post-It’s kannst du jederzeit deine Notizen umsortieren oder etwas dazuschreiben.

Nutze die Möglichkeiten zur strukturierten Kreativarbeit

Zuerst möchte ich nochmal auf das Medium eingehen. Post-It’s gibt es in vielen verschiedenen Farben und Formen. Als kreativer Kopf kannst du dir das von Anfang an zu Nutze machen.

Ich arbeite oft mit Teams zusammen. Nach der gemeinsamen Ideensammlung kommt es schon einmal vor, dass ich bei der Auswertung mit den Schlagworten und Notizen eines Kollegen nicht viel Anfangen kann oder unsicher bin, wie es genau gemeint war. Seit jeder Teilnehmer einen Notizblock in einer anderen Farbe bekommt, weiß ich sofort, zu wem ich gehen muss, um nachzufragen.

Ein paar Vorschläge wie du Farben der Post-It’s noch nutzen kannst:

  • Themen: Vergib für Unterthemen je eine eigene Farbe.
  • Positiv – Negativ / Chancen – Risiken: Wenn der Teilnehmer einen postiven Aspekt beiträgt schreibt er auf einen grünen Zettel, bei einem negativen Aspekt auf einen roten.
  • Blickwinkel: Vergib unterschiedliche Farben für unterschiedliche Blickwinkel. Selbst wenn die Reihenfolge oder Gruppierung später eine ganz andere ist, könnt ihr schnell die verschiedenen Blickwinkel erkennen.

Ein paar Vorschläge wie du Formen der Post-It’s nutzen kannst: 

  • Anmerkungen: kleine Notizzettel eigenen sich hervorragend um an größere Zettel Anmerkungen, zuständige Bearbeiter, Termine oder Ressourcen anzuheften.
  • Bewertung: Auch dafür eigenen sich kleine Zettel ganz gut. Gerne in unterschiedlichen Farben (postiv/negativ). Noch lieber verwende ich für Bewertungen aber kleine Aufkleber. So kann jeder eine Stimme abgeben.
  • Struktur: Zur Abbildung von Struktogrammen oder Verbindungen unter einzelnen Notizen eigenen sich verschiedene Formen zu Abgrenzung sowie Pfeile zur Verbindung.

Post-It-Einsatz in den verschiedenen Phasen der Kreativarbeit – Dream it, Boost it, Do it.

All die Vorteile von Post-It’s sind sehr gut zur freien Ideenfindung einsetzbar. Es geht vor allem darum, möglichst unbeeinflusst von Grenzen und Annahmen zu neuen Ideen zu kommen. Hier spielt auch das assoziative Denken eine sehr wichtige Rolle. Das heißt, wir werden immer wieder auch im späteren Verlauf auf neue Ideen kommen. Und somit unsere Ideensammlung oder bestehende Ideen verändern, umsortieren oder anreichern müssen.

Das Überallbüro hat den Einsatz von Post-It’s zur Erstellung von Blogartikeln exemplarisch beschrieben und zeigt insbesondere wie laufende Veränderungen an der Grundidee vorgenommen werden.

Wenn wir Ideen schmieden wollen, geht es darum die Idee in ihren Bestandteilen zu verbessern. Ich denke dabei gerne in Bausteinen, um einzelne Teilbereiche schnell anzureichern. Mit Post-It’s fällt es sehr leicht eine Baustein-Ansicht zu entwickeln. Die Osborn-Checkliste ist ein Klassiker zum Ausbau von Ideen. Egal ob wir neu sortieren, Ideen verkleinern oder vergrößern wollen, Post-It’s helfen auch in der Boost-Phase die Struktur unserer Ideen lebendig zu halten.

Um ins Do-it zu kommen, gilt es die Praxisreife von Ideen festzustellen. Mit Post-Its kannst du deine Themensammlung um Meilensteine,  Termine und zuständige Bearbeiter ergänzen. In einigen meiner Workshops haben wir es so gehandhabt, dass verschiedene Teilnehmer einzelne Post-It’s mitgenommen haben. Um dann zum nächsten Termin mit neuen Post-It’s, Mustern oder Prototypen zurückzukehren.
Die Zettel aus dem Workshop visualisieren den einzelnen Personen sehr stark ihre To-Do’s. Sie haben diese schließlich direkt aus dem gemeinsamen Termin mitgenommen.

 

Post-It-Boards digital (weiter)verarbeiten

Für das spezielle Format der Post-It’s gibt es ein paar sehr feine Speziallösungen, die es Wert sind genauer betrachtet zu werden.

 

Das Fotokoll. So kann jeder digitalisieren.
Ein Fotokoll ist die einfachste Art deine Post-It-Wände zu digitalisieren. Mach ein paar Fotos und füge diese in ein Protokoll ein. Das kann z.B. ein Word-Dokument sein. Aber auch eine Power-Point bietet sich an. Du kannst sehr einfach noch ein paar Notizen hinzufügen und das Fotokoll allen Beteiligten zur Verfügung stellen.

 

Evernote bietet spezielle Funktionen zur Post-It-Erfassung
Evernote ist ein sehr beliebtes Produktivitäts-Tool unter Kreativarbeitern. Um Post-It’s zu erfassen bietet Evernote einige Spezialfunktionen. So kannst du die Zettel gut organisiert in deinen Notizen und Notizbüchern ablegen.

Eine Texterkennung sorgt sogar dafür, dass du Post-It-Notes durchsuchen kannst. Alles zu den Funktionen von Evernote mit Post-It-Notes kannst du hier nachlesen. 

 

Die Post-It-App trumpft mit tollen Export-Funktionen auf
Die App „Post-It’s Plus“ kommt direkt von 3M. Sie ist zur Zeit mein Favorit zur digitalen Verarbeitung von Post-It-Boards.

  • Post-It-Boards sichern: Du fotografierst deine Post-It-Boards einfach ab. In der App kannst du deine Boards neu organisieren.
  • Nachträglich bearbeiten: Du kannst Post-It’s einfärben oder etwas darauf markieren. Es können sogar weitere Post-It’s zu einem Board hinzugefügt werden. Direkt digital in der App. (Teils kostenpflichtig per InApp-Kauf 1,99€)
  • Smarte Export-Funktionen: Post-It-Boards lassen sich in office-taugliche Formate exportieren. Speichere deine Notizen als Excel, Power-Point oder PDF.

 

 

 

 

 

 

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