Die kindliche Kreativität wecken – eine Frage der Umgebung?

Kindliche Kreativität

Kindliche Kreativität – das ist weit weg, lange vorbei, nicht mehr zu erreichen, oder? Einfach nochmal unbefangen die Welt entdecken. Fragen stellen, die in den Ohren der Erwachsenen „naiv“ klingen. Alles, was wir gerne wären und hätten, einfach durchspielen und Superheld werden. Es ist egal, ob das alles wirklich funktioniert oder ob es die Dinge in unseren Spielen auch wirklich gibt – wir machen es einfach!

Alles Kindergarten! Schluss damit.

Für Kinder tun wir alles, damit sie diese Kreativität leben können. Wir bauen aus Verpackungen Häuser und Höhlen. Wir gehen auf den Spielplatz und bauen Baumhäuser. Uns geht das Herz auf, wenn wir Kindern beim Spielen zusehen. Ist das Sehnsucht? Je älter wir werden, umso mehr verbieten wir uns selbst die Fantasie. „Das ist doch alles Kindergarten hier!“ Und dieser Satz ist nie, wirklich niemals, positiv gemeint.

Aber warum eigentlich? Ein Kindergarten ist fantastisch, er ist exakt für die Bedürfnisse der Kinder gebaut. Es gibt Spielecken, Basteltische, Stuhlkreise, Sportplätze, Leseecken, Schlafsäle und überall wird genau das gefördert und ermöglicht, was das Kind gerade machen möchte.

Wir arbeiten doch nicht in Disney-Land!

Natürlich werden im Laufe unseres Lebens andere Dinge wichtig und ernst. Nicht zu vergleichen mit der sorgenfreien Kindheit: Wir wollen nicht mehr als Ritter die Prinzessin erobern, stattdessen geht es um die ernste Sache eine Familie zu gründen. So schnell durch den Garten laufen bis wir unsichtbar werden – wie kindisch. Wir haben echte Probleme und müssen als Ingenieur das Energieproblem lösen. Wir bauen nicht mehr aus Bauklötzen den höchsten Turm der Welt, wir bauen als Designer seriöse Webseiten für Geschäftskunden – und die kennen keinen Spaß.

Deshalb setzen wir uns an seriöse Arbeitsplätze und in seriöse Meeting-Räume. Und wir tragen seriöse Kleidung, egal ob wir uns darin gerade wohl fühlen oder nicht.

Wir verlernen unangepasst zu denken.

Schon mit dem Übertritt an die Schule geht es los. Im Laufe unserer Schulkarriere werden Klassenzimmer immer trister und funktionaler. Immer mehr Fakten, immer weniger Spieltrieb. Ken Robinson zitiert 2008 in seiner Rede eine Studie die das unangepasste Denken untersucht. Das ist nicht das gleiche wie Kreativität, aber ein wichtiger Faktor dafür. Diese Studie zeigt, dass wir diese Fähigkeit im Laufe der Kindheit und Jugend immer weiter abbauen. Von 98% Genie-Faktor auf 2%.

Spiegelt also die veränderte Arbeitsumgebung eine grundsätzliche Denkweise wieder? Es wird erwartet, dass wir performen, dass wir uns sachlich und logisch verhalten und die Rolle des Erwachsenen ausfüllen. Dazu gehört es, dass wir uns um „Wahrheiten“ und nicht um Spinnereien kümmern. Mit der „passenden“ Umgebung wird uns das mehr als deutlich gemacht.

Warum verbieten wir uns eine kreative Arbeitsumgebung?

Warum geben wir uns so viel Mühe, der ganzen Welt zu zeigen, dass der Job kein Spaß ist? Dass die sorgenfreie Kindheit hinter uns liegt. Und insbesondere – dass das hier doch kein Kindergarten ist?

Wie wäre es, wenn wir wieder Spielecken, Basteltische, Stuhlkreise, Sportplätze, Leseecken und Schlafsäle hätten? Wenn wir das Energieproblem einfach mal spielerisch lösen und uns dann erst darum kümmern, wie diese Lösung umgesetzt werden kann und was wir dafür brauchen? Wenn wir eine Umgebung schaffen, in der wir das berühmte „lebenslange Lernen“ auch wirklich umsetzen können.

Dann müssten wir wohl unseren Arbeitsplatz überdenken! Und wer weiß, vielleicht wären wir dann sogar gerne dort. Business wäre plötzlich Lifestyle, wir würden so gerne auf die Arbeit gehen wie früher in den Kindergarten und vielleicht könnten wir sogar nochmal kindliche Kreativität erleben.

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