Ansporner: Das „Wetten dass“ für deine Ziele

Ein junges Team aus Berlin steckt sich Ziele! Und das gleich in doppelter Hinsicht. Angefangen hat alles mit dem Ziel, das Rauchen aufzugeben. Das führte zu dem Ziel, eine Plattform aufzubauen, die wiederum dir helfen soll, Ziele umzusetzen.

Die Geschichte von „Ansporner“ zeigt, wie aus einem alltäglichen Problem eine wunderbare Idee entsteht. Angereichert um Elemente, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben, hat Ansporner eine Win-Win-Situation geschaffen. Du wettest auf deine Ziele. Gewinnst du, bist du glücklich. Verlierst du, geht dein Einsatz an einen gemeinnützigen Zweck.

Wir haben mit Marco von Ansporner gesprochen und ihn zu all den Zielen rund um Ziele ausgequetscht. Viel Spaß beim Lesen der Story, die noch lange nicht zu Ende zu sein scheint:

 

Hallo Marco. Welche Geschichte steckt hinter der Idee zu Ansporner und wann war euch klar, dass hier eine Idee geboren ist, die ihr unbedingt umsetzen wollt?

Eine allzu menschliche Geschichte. Die Frage nämlich, ob der Mensch nicht hin und wieder einen Schubs von außen braucht, um seine Ziele und Vorsätze anzugehen. Mein Versuch beispielsweise, mir das Rauchen abzugewöhnen, war geprägt von Rückschlägen bis zu dem Tag, als meine Freundin mir für jede(!) Kippe fünf Euro in die Haushaltskasse abzweigte. Das genügte. Seither bin ich Nichtraucher. 2014 entdeckte ich, dass es in den USA eine soziale Plattform gibt, bei der dieses System der hartnäckigen Anreize seit Jahren erfolgreich praktiziert wird – so entstand die Idee zu Ansporner.

Von der ersten Idee bis zum Launch: Wie hat sich eure Idee entwickelt? Wie seid ihr vorgegangen, um die Idee zu schleifen?

Uns war es wichtig, einen fehlerfreien und auch optisch ansprechenden Prototypen zu bauen, da es bei Ansporner um Geld und somit das Vertrauen der Nutzer geht. Zunächst bedurfte es eines konzeptionellen Entwurfs der Website, Wireframings und der Erarbeitung von Screenflows. Anschließend haben wir unser Navigationskonzept und die Usability entwickelt, erste Mockups zum Look und Feel der Seiteninhalte erstellt und sind dann in das Coding gegangen. Seit unserem Launch im August 2016 befinden wir uns in der Proof of Concept-Phase und werden das Profil von Ansporner weiter schleifen und schärfen.

Wie schnell seid ihr zur Umsetzung gekommen? Hattet ihr direkt alle notwendigen Fähigkeiten beisammen?

Das ist sozusagen unsere erste Selbständigkeit. Was die Fähigkeiten anbetrifft, kann man also sagen: Wir waren fähig genug fürs Learning by Doing. Die Phase der Umsetzung hat dann auch weit mehr Zeit in Anspruch genommen als geplant. Da außerdem alle von uns beruflich noch andere Eisen im Feuer haben, hat es bis 2016 gedauert, dass wir online gehen konnten.

Wenn du auf Ansporner, das Team und eure Herausforderungen schaust, wie entscheidend sind die Fähigkeiten Kreativität, Produktivität und Kritikfähigkeit für das Umsetzen eures Vorhabens? (Welchen Anteil nehmen die Bereiche in eurer täglichen Arbeit ein?)

Gute Frage. Wir wollten keine dieser Fähigkeiten missen und denken, dass wir eine gute Mischung davon im Team haben. Vielleicht sind es aber auch die Fähigkeiten Beharrlichkeit und Mut, die wichtig waren, die letztlich dafür gesorgt haben, dass wir uns Dinge zugetraut haben, von denen wir noch gar nicht wussten, dass wir sie können werden.

 

 

„Zutrauen“ ist ein gutes Stichwort. Viele Menschen trauen sich an Ziele nicht heran, aus Angst zu scheitern. Man könnte auch sagen: Die Angst vor dem ersten Mal. Wie seid ihr in das Abenteuer gestartet? 

Eine Gründung ist natürlich mit gewissen Risiken verbunden und Rückschläge sind vorprogrammiert. Man startet immer mit überzogenen Vorstellungen, aber diese unbeschwerte Naivität des Anfangs ist auch ein enormer Triebvorrat und hilft über die ersten Hindernisse. Der Realismus kommt von ganz allein. Der ist dann auch wichtig, wenn es beispielsweise um strategische Fragen geht, beispielsweise darum, wie man Reichweite erzeugen kann; eine Frage, die uns permanent beschäftigt. Geholfen hat mir in dem Zusammenhang das Buch „Start with Why“ von Simon Sinek. Er sagt, dass du keinen Erfolg haben wirst, wenn du dir nicht permanent die Frage stellst, warum und zu welchem Zweck du etwas machst.

Nun kümmert ihr euch ja quasi dauernd um Ziele und deren Umsetzung. Wie setzt man sich denn Ziele, die erreichbar und motivierend zugleich sind?

Es klingt zwar wie aus dem Kalender, aber der Weg ist mal wieder das Ziel. Ziele selbst sind schnell zur Hand. Wir müssen nicht lange überlegen, um zu sagen, was wir wollen: Beispielsweise Gesundheit. Aber eine schnelle Kippe im Stress hebelt oft monatelange Bemühungen aus, das Rauchen aufzugeben. Unser Ansatz ist es, aus einem Ziel ein Vorhaben zu machen, was zuerst bedeutet, dass man sein Vorgehen – den Weg also – konkretisiert und sich ein funktionierendes Anreizsystem schafft. Beispiel: Ich möchte im nächsten halben Jahr keinen Tabak rauchen und verpflichte mich dazu, für jede Zigarette, zu der ich in dem Zeitraum greife, fünf Euro zu spenden. Da überlegt man sich auch im Stress zweimal, ob man die versteckte Schachtel Zigaretten aus der Schublade kramt. Wir brauchen Anreize von außen. Manchmal je simpler, desto besser.

…und diese Anreize soll eure Plattform Ansporner schaffen?

Auf Ansporner kannst du für alle deine Ziele Vorhaben anlegen: Gewicht verlieren, das Rauchen aufgeben oder regelmäßig trainieren sind Standard-Ziele. Daneben kannst du dir jedes beliebige Ziel setzen – etwa ein Fremdwörterbuch auswendig lernen oder einen Fallschirmsprung wagen – alles ist möglich. Anschließend legst du fest, welchen Einsatz du verlierst, wenn du dein Ziel aufgibst: Die Einbuße dieses Geldbetrages vor Augen sollte schon etwas schmerzen. Man kann ein Vorhaben natürlich auch ohne Einsatz anlegen, allerdings sind geldwerte Vorhaben um etwa 250 Prozent erfolgreicher.

Die Plattform selbst ist kostenfrei und solange du bei deinem Vorhaben erfolgreich bist, zahlst du keinen Cent. Alle verlorenen Wetteinsätze wandern übrigens als Spenden an gemeinnützige Organisationen.

Für den gewissen Motivations-Nachdruck sorgt dann noch die Funktion des Referees. Du wählst ihn dir am besten aus deinem direkten Umfeld. Dieser begleitet dein Vorhaben. Erst wenn er deine Erfolgsmeldung bestätigt, gilt dein Vorhaben als bestanden.

Ansporner soll eine richtig lebendige und umtriebige Community werden. Um am Ball zu bleiben, können die Nutzer über ihre Fortschritte in Zieltagebüchern berichten. Weiter gibt es Foren, um sich gegenseitig zu unterstützen.

Manchmal sind Ziele ja auch schlicht und einfach Problemlösungen. Worauf sollte man achten, wenn man Lösungen finden und Probleme beseitigen möchte?

Es geht eigentlich gar nicht so sehr darum, Probleme zu beseitigen, sondern darum, gut mit ihnen umzugehen. Da ist kein Aus-Schalter dran an deinen Problemen, den du nur betätigen musst. Gehen wir den Problemen darum aber aus dem Weg, dann bleiben wir in unserer Weiterentwicklung stehen, bauen möglicherweise sogar ab. Probleme sollten deshalb nicht als etwas Negatives betrachtet werden, sondern vielmehr als Chance, unsere Fähig- und Fertigkeiten weiter auszubilden. Für einen guten Umgang mit Herausforderungen kommt es also maßgeblich auf die Sichtweise an. Außerdem ist es wichtig, sich der eigenen Fähigkeiten bewusst zu werden, in der Vergangenheit bereits erfolgreich mit Herausforderungen umgegangen zu sein und insofern mit Problemen und Krisen fertig werden zu können.

 

Was hilft euch selbst, um Ideen und Lösungen zu kreieren?

Da wir größtenteils remote arbeiten, hält das jeder ganz unterschiedlich. Manche versenken sich regelrecht in ihr Thema. Andererseits ist es enorm wichtig, dass man sich Zeit schafft, um einfach mal zu spinnen, befreit vom unmittelbaren Zwang, zu Ergebnissen kommen zu müssen. Das freie Assoziieren und Kombinieren von Dingen, die eigentlich nicht zusammengehören, hat uns schon oft weitergeholfen: Stichwort divergentes Denken. Wie zum Beispiel bei unserem Logo, das einen steten Prozess der Entwicklung und Überarbeitung hinter sich hat.

Welche Ziele habt ihr selbst noch?

Der Grundstein für Ansporner ist gelegt. Jetzt muss noch richtig Leben in den Laden. Wir haben natürlich auch unsere eigenen, ganz persönlichen Ziele. Unser Texter Martin beispielsweise pflegt sein Vorhaben, jeden Tag einen Schüttelreim zu schreiben, mit bewundernswerter Ausdauer. Diese kunstfertigen Zweizeiler sind voller heiterer Lebensweisheiten und skurriler Begebenheiten. Nachzulesen jeden Tag auf seinem Profil. Er hat jetzt schon über 160 Stück zusammen. 2018 will er alle zusammen in einem Abreißkalender veröffentlichen.

 

Wenn du jetzt Lust hast das ganze mal auszuprobieren, schließ dich doch der Community von Ansporner an und wette auf deine Ziele. 🙂

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